Forschungsschwerpunkt Wissenschaftsreflexion

Der am ZiWiS eingerichtete Forschungsschwerpunkt Wissenschaftsreflexion untersucht die erkenntnistheoretischen, normativen, soziokulturellen und historischen Bedingungen, unter denen wissenschaftliche Praxis stattfindet. Dies schließt auch die Reflexion der gesellschaftlichen und ethischen Konsequenzen und Risiken wissenschaftlichen Handelns ein. Der Arbeitsbereich verfolgt das Ziel, wissenschaftliche Erkenntnisse und Methoden aus erkenntnistheoretischer und ethischer Perspektive zu reflektieren und an problemorientierten Anwendungen zu überprüfen. Dabei werden Forschung und forschungsbasierte Lehre zusammengeführt und die interdisziplinäre Zusammenarbeit der an der FAU vertretenen Disziplinen gestärkt.

 

Ausführliche Informationen finden Sie auch auf unserem Flyer.

Wissenschaftliches Wissen hebt sich von anderen Wissensformen durch seinen besonderen, auf der spezifischen Methodik und Systematik des wissenschaftlichen Erkenntnisprozesses gründenden Geltungsanspruch ab. Vor diesem Hintergrund forscht der Arbeitsbereich Wissenschaftsreflexion an theoretischen Fragen zur Wissensproduktion, die aus der Perspektive der Einzelwissenschaften selbst selten in den Blick genommen werden. Ziel ist es, zu einer kritischen Selbstreflexion der Wissenschaft beizutragen. Die Forschungsschwerpunkte umfassen deshalb sowohl allgemeine Grundfragen der Wissenschaftsphilosophie als auch spezielle wissenschaftstheoretische und -ethische Aspekte einzelner Disziplinen.

Themen in der Forschung (Auswahl)

Allgemeine Wissenschaftsreflexion
  • Vertrauen in die / in den Wissenschaften
  • Kooperation und Konkurrenz als Strukturelemente wissenschaftlicher Erkenntnisprozesse
  • Wissenschaftliche Erkenntnis und ökonomischer Verwertungsdruck
  • Scheitern und Fehler in den Wissenschaften
  • Mainstream und Pluralismus in den Wissenschaften
  • Möglichkeiten und Grenzen interdisziplinärer Forschung
Reflexion der Einzelwissenschaften
  • Philosophie der Psychologie
  • Philosophie und Ethik der Neurowissenschaften
  • Philosophie und Ethik der Genetik
  • Philosophie und Geschichte der Biologie und der Evolutionstheorie
Vortragsreihe: Vom Reiz des Wissens. Wissenschaft und Erkenntnis (Nürnberg: 23.01.-06.03.2018)

Wissenschaft findet mehr heraus als jede/r Einzelne es könnte. Aber wie macht sie das? Wie funktioniert das Geflecht aus Hypothesen und Theorien, Beobachtungen und Experimenten, das uns Quanten, Gene und Neuronen erschließt? Die Verlässlichkeit der Forschungsmethoden, die Selbstkorrektur der Wissenschaft, der Einfluss externer Interessen und Bewertungen, aber auch die Rolle des forschenden Menschen stehen im Fokus der Vortragsreihe „Vom Reiz des Wissens“, die der Forschungsschwerpunkt Wissenschaftsreflexion des ZiWiS in Kooperation mit „Kortizes – Institut für populärwissenschaftlichen Diskurs“ und der Stadt Nürnberg im Nicolaus-Copernicus-Planetarium veranstaltet. Sprecher sind am 23.01.2018 Prof. Dr. Ernst-Peter Fischer (Wissenschaftsgeschichte, Heidelberg); am 06.02.2018  Prof. Dr. Gerhard Ernst (Philosophie, Erlangen), am 20.02.2018 Prof. Dr. Franz Wuketits (Biologie und Wissenschaftstheorie, Wien) und am 06.03.2018 Prof. Dr. Dr. Rafaela Hillerbrandt (Philosophie, Karlsruhe). Programm und Moderation: Michael Jungert und Sebastian Schuol.

Workshop: Das Ende der Theorie? Big Data in der Forschungspraxis (Erlangen: 10.10.-11.10.2017)

In der Vergangenheit wurde im Zusammenhang der Entwicklung von Big-Data-Verfahren in einigen Forschungsbereichen ein bedeutender Wandel der wissenschaftlichen Forschungspraxis erwartet. Unter anderem wurde spekuliert, dass das traditionelle, hypothesengeleitete Vorgehen in datenintensiven Forschungsbereichen durch einen neunen, rein datengetriebenen Ansatz abgelöst werden würde. Mittels statistischer Methoden könnten Hypothesen in Zukunft allein auf Grundlage gegebener Datenstrukturen generiert und so die Hypothesenbildung am Ende selbst automatisiert werden. Da diese wissenschaftstheoretische Debatte vor der Etablierung von Big-Data-Verfahren stattfand, lässt sich erst jetzt nach der erfolgten Etablierung dieser Verfahren in immer mehr Forschungsbereichen empirisch überprüfen, inwiefern sich diese Erwartungen tatsächlich bewahrheitet haben.

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Ringvorlesung: Wissenschaftsreflexion. Theorie, Ethik, Praxis. (Erlangen: Sommersemester 2017)

In Kooperation mit dem Institut für Philosophie und der Professur für Ethik in der Medizin der FAU ging die Ringvorlesung „Wissenschaftsreflexion. Theorie, Ethik, Praxis“ Fragen nach wie: Welche Rolle spielt die Wissenschaft für demokratische Gesellschaften? Was bedeutet Freiheit der Wissenschaft? Welche ethischen Fragen resultieren aus der aktuellen Forschung in Medizin und Psychiatrie?

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Informationen folgen in Kürze.

Das vielfältige Lehrangebot umfasst sowohl grundlagenorientierte wie auch forschungsgeleitete Seminare und wird ergänzt um weitere Formate wie Workshops, Vortragsreihen und Diskussionsforen.

Themen in der Lehre (Auswahl)

Allgemeine Wissenschaftsreflexion
  • Wissenschaftsphilosophie
  • Wissenschaftsethik
  • Wissenschaftsgeschichte
  • Epistemisches Vertrauen in den Wissenschaften
  • Science and Technology-Studies
Reflexion der Einzelwissenschaften
  • Philosophie der Psychologie und Medizin
  • Neurophilosophie und -Ethik
  • Ethik der Genetik
  • Geschichte der Evolutionstheorien
  • Philosophie der Technikwissenschaften

Weitere Informationen zum Forschungs- und Lehrprogramm sowie zu Teilnahme- und Anmeldemodalitäten finden Sie im UnivIS unter »Schlüsselqualifikationen« (Kategorie »Wissenschaftsreflexion«). Die Lehrangebote sind mit ECTS-Punkten versehen und können – sofern die Fachstudien- und Prüfungsordnung dies vorsieht – im Rahmen der Schlüsselqualifikationen anerkannt werden. Die Teilnahme an den Veranstaltungen steht allen Studierenden der FAU offen und ist kostenlos.


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