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Dr. Jon Leefmann: „Zur ethischen Bewertung des kognitiven Enhancement im Nature of Activities Approach“

neuroenhancement, cover, aufsatz, jon-leefmann, interdisziplinaritätViele versprechen sich von den Neurowissenschaften eine Verbesserung der geistigen Eigenschaften gesunder Menschen – das sogenannte »Neuroenhancement«. Dieser Band gibt einen umfassenden Überblick über den Diskussionsstand in unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen. Die Autorinnen und Autoren beschreiben nicht nur ein breites Spektrum unterschiedlicher Verfahren, sondern zeigen zudem, wie groß die Bandbreite an Zielen ist, die mit »Neuroenhancement« verknüpft werden: Geht es darum, geistig leistungsfähiger, moralischer oder kreativer zu werden? Oder wird letztlich nur der Druck auf das Individuum erhöht, besser, klüger und vielseitiger zu werden?

Der Beitrag von Leefmann untersucht ausgehend von den offensichtlichsten Gegensätzen zwischen Befürwortern und Skeptikern in der ethischen Diskussion um das kognitive Enhancement, ob und inwiefern der kürzlich von Santoni de Sio et al. vorgelegte Nature of Activities Approach (NAA) geeignet ist, die zwischen beiden Seiten zu vermitteln. Diese Frage liegt auf der Hand, weil der NAA von liberalen Annahmen ausgehend versucht die skeptische Sorge um den Verlust geteilter sozialer Praktiken und symbolischer Ordnungen infolge einer weitgehenden Zulassung von kognitivem Enhancement ernst nimmt. Der Beitrag bietet eine kritische Diskussion des NAA und argumentiert, dass dieser die Gegensätze zwischen beiden Seiten bloß verdeckt ohne zwischen ihnen wirklich vermitteln zu können.

Zu finden ist der Aufsatz in dem Sammelband Neuroenhancement. Interdisziplinäre Perspektiven auf eine Kontroverse von Ronja Schütz, Elisabeth Hildt und Jürgen Hampel.